Gerade jetzt, wo wir euch einen Plan präsentieren wollten, wie wir im Herbst wieder mit Workshops starten wollen, rät unser Steuerbüro davon ab, bis 1. Juli Rechnungen zu stellen. Grund dafür ist das Kuddelmuddel mit der Mehrwertsteuersenkung von 1. Juli bis 31. Dezember.
Den Vogel schießt dabei unser Tantrischer Jahreswechsel ab, denn am letzten Tag dieses Workshops gilt wieder der alte Steuersatz. Ich könnte kotzen!!
Also, bedankt euch bei der Bundesregierung, dass ihr euch erst ab 1. Juli wieder für Workshops anmelden könnt…
…können wir selber noch nicht im Einzelnen wissen. Heute haben wir uns zusammengesetzt und mehrere Optionen ausgearbeitet. Timo, unser Webmaster, wird erst am Mittwoch Nachmittag dazu kommen, euch das im Detail darzulegen.
So viel steht jedenfalls schon fest: Alle unsere Workshops im Juni finden nicht statt, unsere Massagepraxis öffnet am Montag dem 8. Juni mit einem Hygienekonzept, das auch noch näher hier erläutert werden wird. Sexualtherapie-Einzelsitzungen sind möglich, Tantra-Yoga und Massageaustausch bis auf Weiteres noch nicht.
Falls Du im Jahr 2023 hier gelandet bist – wir haben natürlich längst wieder normale Telefonzeiten von 10-18 Uhr, Dienstags von 15-18 Uhr.
Nachdem in den ersten Wochen der Coronakrise etwas geschehen ist, was es so noch nie zuvor im Diamond Lotus Institut gab: wir sind gar nicht mehr ans Telefon gegangen – richten wir nun für Euch telefonische Sprechzeiten ein. Denn Ihr wollt natürlich wissen, wie es bei uns weitergeht, ob, wann und unter welchen Umständen Ihr wieder zum Tantra-Yoga, zu Massagen, zur Sexualtherapie oder zu Workshops kommen könnt. Das könnt Ihr uns auch per E-Mail fragen oder zu folgenden Zeiten direkt am Telefon (030-23607799):
Montag und Mittwoch von 10–14 Uhr Dienstag und Donnerstag von 15–18 Uhr
Wir freuen uns darauf, wieder mit Euch zu reden! 🙂
In diesen sehr bewegenden Zeiten der sogenannten Coronakrise haben wir das Diamond Lotus Institut voraussichtlich bis Ende Mai geschlossen. Die wirtschaftliche und berufliche Zukunft ist für uns und viele Menschen unsicher geworden, trotz staatlicher Finanzhilfen. An dieser Stelle danken wir deshalb ganz herzlich allen, die ihre Anzahlung für ausgefallene Workshops bis auf Weiteres bei uns stehengelassen haben, das hilft uns wirklich weiter!
Die Frage, ob SARS-CoV-2 ein sehr gefährliches Killervirus ist oder eher die Gefährlichkeit eines durchschnittlichen Influenzavirus besitzt, lässt sich zur Zeit mangels verlässlicher Zahlen nicht klären… was den renommierten und in wissenschaftlichen Kontexten vielzitierten Statistik- und Gesundheitswissenschaftler John Ioannidis von der Stanford University zu der Aussage veranlasst hat: „Entweder wir hatten es tatsächlich mit einer „once-in-a-century pandemic“ zu tun oder aber es handelt sich um ein „once-in-a-century evidence fiasco“. Ioannidis beklagt, dass Entscheidungen von enormer Reichweite ohne zuverlässige Datenbasis getroffen werden, und stellt die zentrale Frage, wie politische Entscheidungsträger überhaupt abwägen können, ob die getroffenen Maßnahmen am Ende nicht mehr schaden, als sie nutzen. Ich möchte mich an dieser Stelle nicht näher auf diese Diskussion einlassen, viele haben das schon getan. Mein persönlicher Eindruck ist, dass sowohl Wissenschaftler wie auch Journalisten und Politiker es schwer haben, Fehler zuzugeben. Wir sollten wachsam bleiben, denn dies könnte für uns alle politisch und gesellschaftlich verheerende Folgen haben… aktuell scheint mir der Text unter diesem Link zu heise Telepolis die meisten unterschiedlichen kritischen und nachdenklichen Experten zum Thema zu zitieren: Vom Beginn einer Skepsis.
Für eine berührbare Gesellschaft
Im Angesicht der Krise ist Entschleunigung, Stressabau, Bewegung an der frischen Luft und innere Einkehr ein guter Ratschlag. Zur Unterstützung dafür wird im Netz vieles angeboten und kann kreativ genutzt werden. Es ist Zeit für Meditation, für das Erspüren von neuen Einsichten oder der ersehnten Entspannung und Nichtstun.
Der Mensch ist ein Herdentier und so freue ich mich, im Kreis meiner Gemeinschaft, meiner Familie, diese zwar unfreiwillige, aber heilsame Einkehr nach Innen erleben zu können. Seit 40 Jahren Diamond Lotus/ Antinous war das Institut niemals länger als 1 Woche geschlossen. ‚Antinous must go on‘, kann kommen was will, so hieß es immer… mal sehen wie lang unsere Ersparnisse noch reichen, um die laufenden Unkosten zu decken. In unserem Kreis von Gleichgesinnten, inspirierenden Gesprächspartner und Liebenden, können wir uns glücklich schätzen, Umarmungen, Zärtlichkeiten und Berührungen austauschen zu können trotz Kontaktsperre.
In meinem Buch Hautgeflüster, der zärtliche Weltfrieden habe ich mich dem Thema Berührung, Sinnlichkeit und Eros und deren kultureller Bedeutung sehr detailliert gewidmet. An dieser Stelle möchte ich an die beiden wichtigen Neurotransmittergruppen erinnern: Die Gruppe der Dopamine und die von Oxytocin/Prolaktin, welche für Glück, Verliebtheit, Aktivität und Abenteuergefühle einerseits sorgen und andererseits für Geborgenheit, Verbundenheit und Liebe. Diese Hormone tragen zur Stärkung des eigenen Immunsystems bei.
Die körpereigene Produktion von beiden Gruppen dieser für unsere körperliche und seelische Gesundheit wichtigen neuronalen Botenstoffe werden vor allem durch Körperkontakt verursacht: zärtliche Berührung, Eros, Sexualität.
Gerade in Zeiten einer uns alle in soziale Distanzen bringenden Corona-Angst ist angeraten, besonders auch alten und immunschwachen Menschen zärtliche Berührungen zu ermöglichen, unter Einhaltung der gebotenen hygienischen Standards. Wir möchten euch bitten, die von uns hier verlinkte Petition zu unterzeichnen und weiter zu verbreiten.
Und nach der Zeit der coronabedingten von staatlichen Institutionen verordneten Kontaktbeschränkungen? Die Soziologen, die das aktuelle politische und gesellschaftliche Geschehen aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel heraus betrachten, sind sich auch hier nicht ganz einig. Die einen prognostizieren einen gesellschaftlichen Bewusstseinswandel auf allen möglichen Ebenen, die anderen eher die Rückkehr zur gewohnten Normalität. Mir scheint, auch Wissenschaftler und Politiker könnten mehr Berührung, Zärtlichkeit und Lust wagen, dann wären ihre Gedanken und die beschlossenen Strategien mit Sicherheit inspirierter und humaner.
Wir vom Diamond Lotus sammeln gerade unsere Kräfte und werden, nachdem wir voraussichtlich im Juni geöffnet haben, wieder mit Begeisterung unserer Botschaft folgen und euch Erfahrungsräume anbieten, in denen wir mehr Berührung wagen, kultivieren und zelebrieren können. Liebe und Lust sind uns von der Existenz als genetische Anlagen geschenkt worden, um sie unsererseits in Freiheit zu erleben und zu verschenken. Für die Zeit, bis wir uns wiedersehen, wünschen wir euch allen ganz viel Liebe und sehr viele inspirierende Einsichten und so viel zärtliche Berührung oder auch leidenschaftliche Begegnung in Lust, wie es euch gerade möglich ist, zu empfangen und zu geben.
Herzlichst Saranam
Timo empfiehlt Dir ergänzend noch diese dreiteilige Interview-Reihe in Der Freitag zum Thema Berührung:
Das trifft uns, wie so ziemlich alle Menschen gerade, wirtschaftlich hart. Wir werden deshalb heute (oder in den nächsten Tagen, wenn der erste Ansturm vorüber ist), wirtschaftliche Soforthilfe sowohl für unser Institut als auch für die einzelnen Masseur:innen und Workshopleiter beantragen. Wenn du als Selbstständige/r ebenfalls betroffen bist, kannst du dich auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums informieren. Auch die Gewerkschaft ver.di hat eine Infoseite für Selbstständige, ebenso wie der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland.
Wir nutzen die Verschnaufpause aber auch, um uns als Gemeinschaft neu zu sortieren (was nach Andros Tod eh dran ist). Außerdem erblüht gerade unsere Kreativität für Workshopideen – wenn die Krise überwunden ist, kannst du dich also auf frische Energie im Hause Diamond Lotus freuen!
Interview mit Saranam
Damit du nicht ganz auf uns verzichten musst, hat Markus Fenske freundlicherweise nun auch sein Interview mit Saranam veröffentlicht, nachdem er ja schon Andro und Suriya interviewt hatte. Viel Freude beim Anschauen oder -hören!
Tantra lesen
Da wir in der Coronakrise auch viel Zeit zum Lesen haben, erinnern wir noch mal an die Bücher aus unserem Hause:
Es gibt einen chinesischen Fluch „Mögest du in interessanten Zeiten leben!“ Im Moment wird deutlich, warum das ein Fluch ist… Wir leben in wahrhaft interessanten Zeiten gerade. Zugleich können wir gerade jetzt unsere yantrische Kraft nutzen, um die Welt zu visionieren, in der wir eigentlich leben wollen. Lass dich nicht unterkriegen und dich vor allem nicht isolieren – in diesen Zeiten ist es besonders wichtig, dass wir Menschen zusammen halten und gut miteinander in Kontakt sind. Dafür gibt es viele Formen; wir erleben ja gerade einen ungeahnten Boom der Videokonferenzen, auch die Telefonleitungen laufen heißer als üblicherweise. Und wie wär’s, mal wieder einen Brief zu schreiben?
Angesichts der allgemeinen Lage haben wir uns entschlossen, unser Institut bis einschließlich Sonntag den 29. März19. April zu schließen.
Diese Zeit werden wir in unserer Gemeinschaft nutzen für ein spontanes Retreat, euch empfehlen wir ähnlich damit umzugehen. Dass Panik ungesund ist, hatten wir ja schon geschrieben. Deshalb entspannen wir uns doch alle da hinein, dass gerade weltweit alles entschleunigt wird.
Liebe Freunde der Antinous Gemeinschaft und des Diamond Lotus Tantra Institut, am Samstag dem 07.03. in der Zeit zwischen 15:00 und 19:00 Uhr laden wir Euch ganz herzlich zur Totenfeier für Andro im Diamond Lotus ein. Wir wollen uns gemeinsam an ihn erinnern und sein Leben würdigen.
Wenn Du selber interessante Erinnerungsstücke hast, bring diese gerne mit. Besonders würden wir uns über Mitschnitte aus dem Offenen Kanal Berlin freuen.
Bitte habe Verständnis dafür, dass wir Dir keine Übernachtung anbieten können für diesen Tag. Wir wollen den Abend gerne im Kreis unserer Gemeinschaft ausklingen lassen.
Du kannst ohne vorherige Anmeldung in der Zeit von 15-19 Uhr zur Totenfeier kommen. Wenn Du allerdings spezielle Mitbringsel hast oder einen persönlichen Beitrag geben willst, teile uns das gerne rechtzeitig vorher mit.
Nun sind es schon gut zweieinhalb Wochen, seit Andro in Brasilien gestorben ist. In der Zwischenzeit haben viele seiner Freunde und Weggefährten ihrerseits Nachrufe veröffentlicht, die wir in diesem Blogbeitrag für euch sammeln.
Einer der ersten stammt von Tandana & Chono, mitsamt dem schönen Lied, das Chono Andro gewidmet hat:
Am Sonntag, am Morgen des 22. Dezember ist Andro in einem Krankenhaus im Nordosten Brasiliens in seinem 79. Lebensjahr überraschend gestorben. Andro war der Gründer der Antinous Gemeinschaft und des Diamond Lotus Tantra Instituts. Er war unser Lehrer und Lebenspartner.
Ich habe Andro seit 1985 auf seinem Weg begleitet (und er mich in meiner Persönlichkeitsentwicklung) und habe in ihm einen inspirierten und liebenden Mann kennen gelernt, der den Mut hatte, Grenzen der gesellschaftlich definierten Sexualmoral zu hinterfragen und jenseits dieser Grenzen Erfahrungswege zu erforschen, die, wenn man sie Schritt für Schritt konsequent geht, Herzoffenheit, Mut und Klarheit des Denkens bewirken. Liebe und Lust verschmelzen laut Andro in diesem Prozess zu einem und sind nicht nur Gefühl, sondern auch Haltung, Lebenseinstellung und Handlung. Für ihn war das Leben Abenteuer und Häuslichkeit zugleich. Ich bin für die Abenteuer und die häuslichen Momente, welche ich mit ihm über die vielen Jahre des Zusammenlebens, des Lernens und des Zusammenwirkens erleben durfte zutiefst dankbar.
Er selber war ein klarer Denker und politisch scharfsinniger Beobachter des Weltgeschehens. Gesellschaftliches Engagement und Gemeinsinn waren für ihn wesentliche Eigenschaften eines wachen und mitfühlenden Menschen, genau so wie Fürsorglichkeit und Wachsamkeit im Privaten oder auch der Mut, Liebe und Lust bedingungslos zu verschenken und zu geniessen. Es war eines seiner grössten Anliegen, Menschen dabei zu unterstützen, das lebendige Empfinden der eigenen Gefühle zu erforschen und ihr ganzes emotionales Potential (wieder-) zu entfalten. Er war kein Guru, lehnte jeden Persönlichkeitskult ab. Er war ein zutiefst überzeugter Humanist, der mehr in der fraglosen Hingabe an den Alltag, in der Vergebung aller Schuld und im Überwinden aufgezwungener sexueller Schamgefühle die Erlösung vom Leiden sah, als im Jonglieren kluger Worte, obwohl er durchaus klug zu reden und zu schreiben verstand.
Er war durch und durch Tantriker, Praktizierender und Lehrender der roten, linkshändigen Pfade des hinduistischen wie des buddhistischen Tantra, hat unzählige Menschen mit seinem Wissen und seinen tantrisch, psychologisch und körpertherapeutisch inspirierten Methoden beflügelt, selbstverantwortliche, rücksichtsvolle Individuen, Liebende und Geniessende zu werden. Er hat eine sehr einfühlsame Form der Tantramassage für unsere moderne Welt entwickelt, welche weltweit vielen Menschen die eigene sexuelle Würde zurückgegeben hat, um nur eines seiner kreativen Geschenke an die Welt zu erwähnen.
Wir vermissen einen selbstlos engagierten Familienmenschen, unseren Freund und Geliebten. Doch wir spüren auch, dass Andros Seele und auch die liebevolle Erinnerung an ihn nach seinem Ableben unter uns weilt und uns anspornt, sein Lebenswerk zu würdigen und unsere tantrische Reise fortzusetzen zum Wohle aller lebenden Wesen und mit der Kraft, Gesellschaften nachhaltig zu wandeln.
In Liebe
Saranam und die Antinous Gemeinschaft
Aus dem Körper der Wandlungen treten
von Andro
Alles, was du siehst, hörst, riechst, empfindest und fühlst, wird von dir erst zu dem gemacht, als was es dir erscheint. An der Grenze deines Körpers wandeln sich die Dinge um. Zwar möchtest du glauben, dass eine Farbe, die dein Auge sieht, die gleiche sei, wie jene, die ein anderer sieht, und doch gibt es keine gänzlich gleiche Farben. Es ist deine Empfindung, welche gleicht, die den Farbwert setzt. Wie oft wertest du nach Maßen, die dir unbekannt, welche du nicht selber für wahr genommen, sondern von anderen genommen hast? Nicht das Aussen bestimmt dich, sondern dein Innen bestimmt das Aussen, welches du auf dich wirken lässt. Niemand ausser dir selber zwingt dich zu setzen, Werte zu bestimmen, und dennoch verfällst du aus Angst und Bequemlichkeit den Wertungen anderer, die du nicht liebst und nicht kennst. Du machst dir die Neigungen anderer zu eigen, wie deren Abneigungen und verlierst damit dein Selbstsein. Du baust dein Sein nach ihrem Bilde, machst dich unfrei und gemein.
Tritt aus dem Körper der Wandlungen wie Phönix aus der Asche, denn nichts bindet dich, wo du nicht selber dich binden lässt. Tritt heraus und verändere dich.
Die Veränderbarkeit der Form ist das Wesen des Lebens. Ein Stein, ein Ding scheint aus sich heraus unveränderbar. Du aber vermagst dich zu lösen aus deiner Form, über eine Bestimmung hinaus, dich zu erheben. Indem du dich vervollkommnest, veränderst du auch alles andere. Blickst du lächelnd auf einen Stein, wird er dir schön erscheinen. Blickst du furchtvoll auf den Stein, so wirst du fürchten, von ihm erschlagen zu werden.
Das in dir Lebendige, welches dich, die Dinge und die Welt beseelt, benennt und bewertet, wirkt gleichermaßen in allem anderen. In jedes Wesen, das lebt, vermagst du einzudringen und es zu verstehen. Indem du verstehst, wirst du lieben, indem du liebst, wirst du Teil des sich ständig neugebärenden – formenden Seins.
So du heraustrittst aus dem endlichen Bezug des Körperlichen in den unendlichen Fluss des ewig Lebendigen, verlierst du die Angst vor der Zeit, befindest dich hellstrahlend in Buddhaschaft, welche gleichzeitig Vereinung aller Werte bedeutet.
Wo Anfang und Ende sich aufheben, alle Begrenzungen flüssig sind, gut und böse namenlos werden und du, selber in allem enthalten, alles enthaltend bist.